Kari Pearce

«Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen – darum blicke ich nach vorne»

Fünfmal in Folge nahm Kari Perace bereits an den CrossFit Games teil. Und in diesem Jahr schien sie nichts und niemand vom Podest fernhalten zu können. Doch dann ging die US-Amerikanerin bei einem der letzten Workouts während eines Toes-to-Rings schmerzhaft zu Boden – und endete auf dem fünften Platz. «Drop-In» sprach mit der fittesten US-Amerikanerin über Frustration. Neuorientierung. Und «Züri Gschnätzlets».


Text: Matthias Mehl


Wir treffen Kari Pearce Ende August im CrossFit Second Home in Hombrechtikon ZH. Sie ist an den Zürichsee gekommen, um zwei Workshops durchzuführen und nebenbei die Schweiz für sich zu entdecken. An den Workshops stehen unter anderem Ring Muscle Ups und Hand Stand Pushups auf dem Programm. Pearce beobachtet dabei die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer mit Adleraugen, deckt schonungslos auch die kleinsten Schwächen in der Technik auf und gibt Tipps zur Verbesserung. Ihren krönenden Abschluss finden die beiden Workshops jeweils in einem knallharten EMOM.


Danach findet Kari Pearce, trotz Müdigkeit und einsetzendem Hunger, die Zeit für ein Gespräch mit uns.


Kari, nach deinem Sturz von den Ringen schienst du in den finalen Workouts der diesjährigen CrossFit Games unter Schmerzen zu leiden. Wie sehr hat dich das zurückgeworfen – und beschäftigt dich die Tatsache noch, dass du ohne diesen «Unfall» vielleicht Podestchancen gehabt hättest?

Ich habe den Vorfall definitiv einige Male in meinem Kopf durchgespielt, ganz klar. Und es gab Leute in meinem Umfeld, die verschiedene «Was-wäre-wenn-Szenarien» durchgerechnet hatten. Im Sinne von: Wäre ich nicht gestürzt und hätte ich danach die folgenden Workouts auf diesem oder jenem Platz beendet, hätte es für mich für diese oder jene Schlussplatzierung gereicht. Ich selber aber halte mich nicht lange mit solchen Fragen und Hypothesen auf – ich kann die Zeit nicht zurückdrehen und das Geschehene ungeschehen machen. Darum nehme ich die Erfahrung mit und ziehe meine Lehren daraus.


Was hast du aus diesem konkreten Fall gelernt?

Ich konnte meinen Fehler bei dieser Übung identifizieren: zu wenig «Kipping» während der Toes-to-Rings. Sollte diese Disziplin also irgendwann wieder in einem wichtigen Workout auftauchen, werde ich darauf achten, mehr Schwung zu nutzen und die Bewegung nicht «strict» auszuführen. Und natürlich ist es hart, erst im Nachhinein zu dieser Erkenntnis zu gelangen, wenn es schon zu spät ist – aber solange man etwas daraus lernt, war das Erlebte nicht ganz umsonst. Weitermachen und nach vorne schauen; so muss man das handhaben.


Also waren die diesjährigen CrossFit Games dennoch eine positive Erfahrung für dich?

Absolut. Der Event war ein sehr guter Test für meine Fähigkeiten, weil wirklich viele Facetten der funktionellen Fitness geprüft wurden: Das Spektrum reichte von kurzen und sehr intensiven Workouts bis hin zu solchen von langer Dauer. Es wurden Ausdauer und Kraft ebenso gefordert wie Gymnasic-Skills und Koordination. Und angesichts dieser herausfordernden Ausgangslage bin ich mit meiner Performance und dem fünften Platz sehr zufrieden. Nicht zuletzt auch, weil das neue «Cut-System» zusätzlichen Druck mit sich brachte.

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